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Eintrag von kitkat am 4.9.2016

Zurück auf Anfang...


Da frag ich doch gestern noch einer FB Gruppe nach Tipps, wie man den Kopf frei bekommen bzw das Gedankenkarusell abstellen kann. Nach dem ersten Tipp mit "schreib es doch auf! :)" fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das Digi!

Hab ich mir hier doch schon oft Frust und Leid von der Seele geschrieben. Und es hat geholfen. Es löst keine Probleme, aber es hilft Ordnugn in die Gedanken zu bringen.

Die neue Arbeitsstelle ist ein Riesen Reinfall. Sicher einer der größten Fehler meines Lebens. Nach der Sache mit meinem Vater. Und mit Jan. Und der Promotion. Und Matze. Und - ok, SO groß dann vielleicht doch auch nicht. Aber ein Fehler allemal.

Am meisten ärgert mich, dass ich drauf reingefallen bin. Auf diese Abzocker und Halsabschneider. Dass ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe, das von Anfang gesagt hat, hier ist was faul. Ich hab mir das ausgeredet, weil ich so dolle wollte dass es funktioniert. Weil ich nach Hause wollte. Weil ich ein neues Leben anfangen wollte. Und jetzt? Steh ich einmal mehr vor einem Scherbenhaufen. Und muss komplett neu starten. Darum: Zurück auf Anfang.

Ja, ich hab geweint. Viel geweint. Mir kam kurz der Gedanke mich zu verletzen. Um Druck abzulassen. Ich habs nicht getan. Und ich bin stolz drauf! Das wenigstens hab ich richtig gemacht. Ich sehe nun schon etwas klarer. Die Lösung heißt: es muss (schon wieder!) ein neuer Job her. So schnell wie möglich. Nein, ich habe keine Lust drauf mich schon wieder zu bewerben. Und auch nicht, zu erklären warum das so ist. Aber was bleibt mir übrig? Jetzt die neuen Bedingungen und Vorlagen einfach annehmen und umsetzen wäre für mich aufgeben. Ich würde mich den Chefs ergeben und das tue ich nicht. Ich kämpfe weiter, denn so tue ich es am Ende immer und ich hab was besseres verdient als mich für dieses Gehalt ausbeuten zu lassen. Also zurück aus Reißbrett. Wieder bewerben...

Aber von vorn. Wenn man es ganz genau nimmt, hätte ich schon beim Lesen der Stellenanzeige das erste Schmunzeln im Gesicht. "Markenbotschafterin" wird gesucht. Aha. Nach genauerem Lesen der Anzeige und der Aufgaben komme ich zu dem Schluss "jup, die suchen halt ne Verkäuferin". Schön, so was such ich. Dann los! Bewerbung geschrieben und ab damit. Dann der erste Anruf von... Nennen wir ihn mal Armin Sprechlein. Der war sehr sympathisch am Telefon, alles toll. Ok, das Gehalt ist recht niedrig.... Aber ich will ja unbedingt aus dem alten Job raus. Und da kommt ja Provision dazu und der Dienstwagen. Also gut, das hindert mich nicht. Dann der erste Schock, die erste Abneigung: Accessment Center. Erfahrungsgemäß eine echt grausige Veranstaltungt. Lauter Menschen die versuchen die anderen abzuchecken, zu durchschauen und zu manipulieren. Grässlich. Will ich nicht. Aber ich will doch nen anderen Job! Mäh. Zwiespalt. Also gut, ich gehe da hin. Schadet ja nicht.

Dann kam diese ominöse Einladung zum AC. Der zweite Schock. "...begeistere unsere Jury...!" WTF?? Bin ich bei DSDS Casting oder was soll diese Scheisse?! Ich dachte es geht um Arbeit? Seufz. Dann lese ich weiter... Blabla Vorstellungsrund... Bla.... Verkaufsgespräch... Blablabla... Selbstpräsentation... Bla - wait! SELBSTPRÄSENTATION? Was das denn jetzt wieder für ne Kacke. Auf so was hab ich ja absolut keinen Bock. Erste Reaktion: Weinkrampf, Enttäuschung, Entsetzen. Dann Ernüchterung. Musste wohl, wenn de der Hölle bei Ixx entfliehen möchtest! Und das wollte ich. Um jeden Preis. Also in den sauren Apfel beißen. Auf zu neuen Ufern, auf zum AC! Mit Bauchzwicken. Alles in mir schreit "lass den Scheiss! Das is nix für dich!". Doch mein Verstand siegt über den Bauch. Die schlechtesten Entscheidungen in meinem Leben, hab ich wirklich mit dem Kopf getroffen. Memo an mich selbst: hör auf deinen Bauch! Egal wie dick der inzwischen ist...

Paar Wochen später Sitz ich also im AC. Augenrollend. Innerlich. Völlig angepisst, von dieser albernen Veranstaltung. Is nich meins. Inmitten von extrovertierten Menschen, die alle versuchen sich in den Vordergrund zu spielen und sich bestmöglich zu präsentieren. Würg. Ich fühle mich fehl am Platz, wie kleines, hässliches Entlein unter lauter Schwänen. Was die Schwäne nicht wissen: Das Entlein hat mehr IQ als zwei Schwäne zusammen. Mein Vorteil also! Unter den Schwänen die drei Pfauen. Armin Sprechlein und nennen wir sie Kaja Schlechtmann und Konrad Bockman. Der Konrad ist der Obermacker. Wir nennen ihn Dieter. Weil wegen DSDS und so. Passt irgendwie. Er ist auch so drauf. Klopft Sprüche. Provoziert... Kann Geschichten erzählen! Oh ja, das kann er. Mir ist das jetzt schon Zuviel. Zuviel Gerede, zu wenig Inhalt. Zu wenig Fakten. Zuviel Blabla... Zuviel Manipulation. Mir ist von Anfang an klar, dass dieser Mann mit seinen Reden und Monologen GENAU weiß welche Stimmung er in seinem Gegenüber auslöst und wofür er die dann benutzt. Berechnend eben. Manipulativen. Mir schmeckt das alles nicht. Aber ich spiele mit. Gottseidank hab ich ja fast ein Leben lang damit Erfahrung, eine Maske aufzusetzen und jemand anders zu sein! Also los, anderes selbstbewusstes-gutelaune- ich, go!

Und ja, die Jury war von mir begeistert. Leider, muss ich wohl in Nachhinein sagen. Hätte mir viel Ärger erspart. Würd ich jetzt nich hier sitzen und mir Vorwürfe machen. Ja, MIR. Wie immer gebe ich mir die Schuld und mache mir Vorwürfe, weil ich eine schlechte Entscheidung getroffen habe. Ich hätte es besser wissen müssen. Ich kriege also den Job und nehme ihn an. Und freue mich. Sage aber von Anfang an, ich weiß nicht ob es das Richtige ist. Es ist ein Experiment.

Im Ersten Moment hat ja alles super gepasst. Drei Monate bis es los ging, also Zeit genug die Wohnung zu kündigen, den Job zu kündigen und den Umzug vorzubereiten. Es hat alles so super gepasst, fast als wäre es Schiksal! Es war großartig. Aber wie heißt es? "Das Schiksal ist ein mieser Verräter" (Zitat aus irgendeinem Buch....). Joa, ist es. Ein ganz mieser sogar!

Dann erst mal sechs Wochen Schulung. Hab ich mich drauf gefreut. Wirkte alles gut organisiert und durchdacht. Mit Produktschulung ging es los. Für mich mit meinem Hintergrund völlig entspannt. Alles easy. Für die anderen eine richtige Herausforderung. Haben die alles nicht verstanden, war zu kompliziert. Erste Zweifel meinerseits, ob die sich das richtig gut überlegt haben... Naja, mir wars dann egal. Ich hatte in dem Moment kein Problem. Hab mir aber hier schon gedacht, ich hätte es anders gemacht. Dann folgen wochenlanges "Gesprächstraining". Unter anderem so nette Sachen wie NLP. Sehr interessant, aber für MICH keine Option um das im Beruf anzuwenden. Ich möchte nicht manipuliert werden und möchte auch andere nicht manipulieren! Wäre was für den Matze. Der hat da Talent für. Egal. Andere Baustelle! Jedenfalls geht mir das aufn Keks. Teilweise war es sehr interessant! Und ich nutze auch viel davon für mein Privatleben. Also jetzt nich um andere zu manipulieren! Um Gottes Willen, nein. Aber um andere besser zu verstehen und gelassener mit manchen Menschen und Situationen umzugehen. Im Urlaub bei meiner Schwester hat das leider Null funktioniert. Aber das is ne eigene Geschichte....

Nachdem ich meine Sprüchlein zu den Produkten gefühlte 3000 Mal aufgesagt habe und dafür immer in den Himmel gelobt werde, bin ich ernsthaft genervt und habe einfach keine Lust mehr auf diese Veranstaltung.

Keine Lust mehr, muss Pause machen... :D



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